Umweltstaatssekretär Andre Baumann: „Landwirte und Schäfer leisten eine wichtige Aufgabe im Naturschutz.“

Gerhard Zickenheiner spricht sich für pragmatische Lösungen aus, um dem Naturschutz, Landschaftsschutz und der regionalen Entwicklung gerecht zu werden.

 

Am vergangenen Donnerstag hat Gerhard Zickenheiner, grüner Bundestagskandidat im Wahlkreis Lörrach-Müllheim, am Wiesen-Mäander in Maulburg zu einer Begehung geladen.
Zickenheiner, der selbst an der Renaturierung der Wiese gearbeitet hat, konnte zu diesem auch Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, begrüßen. Auch der Gewässerschutzexperte Erich Linsin, der ebenfalls an der Renaturierung der Wiese beteiligt war, war zugegen. Bei der Begehung war vor allem das in den letzten Jahrzehnten stattgefundene Umdenken z. B. in Gewässerschutzbehörden und der Politik zu spüren, welches zu pragmatischen Lösungen im Naturschutz geführt hat. 

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Wiese bei Maulburg. Hier konnte durch eine Mitte der Neunziger Jahre vorgenommene Änderung im Wassergesetz ein Hochwasser im Jahre 1999 genutzt werden, um einen hochwertigen Naherholungsort entstehen zu lassen, welcher auch aus naturschutzfachlicher Sicht relevant ist. Bei diesem Hochwasser floss die Wiese am Wehr in Maulburg vorbei und ein mäandrierender Fluss entstand. Statt den Fluss wieder zurückzuzwängen, wurde die Wiese dann in ihrem selbstgewählten Flussbett belassen. „Verwaltung und Politik haben hier den Mut bewiesen, durch Zufall und Witterung entstandene „natürliche“ Renaturierung zuzulassen“, sagte Baumann. Renaturierungsmaßnahmen wie diese sind wichtig für den Naturschutz und ebenso für das Erschaffen von Erholungsgebieten für Menschen, waren sich Zickenheiner und die Teilnehmenden einig.

Baumann erläuterte, dass das Land eine Verantwortung für schützenswerte Kulturlandschaften hat. Vieles gehöre zum europäischen Naturerbe Natura2000. Wir können keine Wiesen erhalten, ohne Landwirte, die Heu machen und können keine Heideflächen ohne Schäfer erhalten, machte Baumann deutlich. „Landwirtschaft und Naturschutz sind Partner“. Er betonte, dass die Mittel für die Landschaftspflege und für den Vertragsnaturschutz in den vergangenen Jahren unter den grün-geführten Landesregierungen angewachsen seien und in den nächsten Jahren weiter anwachsen sollen.

Gerhard Zickenheiner betonte: „Hier im Südwesten unserer Republik haben wir noch eine vielfältige, kleinstrukturierte Landwirtschaft und Schäfereien, die häufig als Nebenerwerb tätig sind. Es ist wichtig diese zu erhalten, da sie eine Vorlage für ein gutes Zusammenspiel zwischen regionaler Versorgung und Erhalt und Schutz unserer Kulturlandschaft sind.“ Aufgrund dieser Strukturierung sei jedoch jede zusätzliche administrative und bürokratische Aufgabe ein verhältnismäßig großer zusätzlicher Aufwand, so Zickenheiner. Dies sollte, um Landwirte und Schäfer zu entlasten, bei der Umsetzung der Förderungsbestimmung besser berücksichtigt werden. Pragmatische und praxisnahe Lösungen zu finden, sei langfristig wichtig, um der regionalen Wirtschaft sowie dem Naturschutz gerecht zu werden. Denn so werden Landwirte und Schäfer auch in Zukunft ihre wertvolle, gesellschaftliche Leistung weiterführen.

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