Notizen zur Photovolatik (PV)

Das erneuerbare Energiegesetz (EEG), das von der Rot-Grünen Bundesregierung eingeführt wurde hat zu einem Aufblühen der erneuerbaren Energien in Deutschland geführt. Dabei wurden gestaffelte Einspeisevergütungen für erneuerbare Energien, mit Staffelpreisen je nach Energieträger (Sonne, Wasser, Wind, Biogas) eingeführt. Wer früh investierte hatte Anspruch auf höhere Vergütung, wer später investierte musste eine sinkende EEG Vergütung in Kauf nehmen. Alles in allem hat dieses Gesetz zu unerhört hoher Nachfrage nach Solarlaranlagen geführt und viele kleine und mittlere Betriebe, oft auch Bauern, pflasterten Lagerhallen, Scheunen, überdachte Parkplätze und Fabrikallen mit Solarmodulen. Nachdem die Deutsche Solarindustrie durch diese große Inlandsnachfrage für kurze Zeit weltweit mit führend war, hat sich inzwischen nach einigen Insolvenzen Katerstimmung breit gemacht. Die nachfolgenden Bundesregierungen ohne grüne Beteiligung hatten die EEG Vergütung insbesondere für PV-Anlagen beschleunigt abgebaut und eine kuriose „Eigenverbrauchssteuer“ insbesondere für Mittelständler eingeführt, die den Ausbau der Photovoltaik inzwischen stark gebremst hat. Die deutsche Industrie wurde allerdings vor allem auch durch fernöstliche Konkurrenz insbesondere aus China abgehängt. Durch das deutsche Gesetz haben nicht nur deutsche Firmen sondern letztlich weltweit entsprechende Anbieter profitiert. Wohl dem, der sich rechtzeitig noch eine PV-Anlage aufs Dach hat schrauben lassen und so noch in den Genuss höherer Einspeisevergütungen kommen konnte. Doch ist die Zeit für PV wirklich vorbei?

Welche Möglichkeiten für private Photovoltaikanlagen gibt es momentan und wie rechnen sie sich?

Ein großes Thema ist der Eigenverbrauch. Durch die niedrigen Einspeisevergütung lohnt sich das Einspeisen in der Regel für private Eigentümer mit überschaubar großen Anlagen (kleiner als 10 kWP (kilowatt Peak) nicht mehr. Durch den Verfall der Preise für Solarmodule ist PV jedoch eine günstige Möglichkeit sich mit einer solch kleineren Anlagen selbst zu versorgen. Grundlage dafür ist ein Zweiwegezähler – wird selbst produziert, läuft er rückwärts, wird Strom vom Energieerzeuger bezogen, vorwärts. Bezahlen muss der Kunde dann nur den Saldo, wobei (wir sind in Deutschland) das ganze hier etwas vereinfacht dargestellt ist, insbesondere, was die steuerliche Problematik angeht.

Was ist bei Eigenverbrauch zu beachten?

Bei Einspeisung war es wichtig, die Module optimal – etwa nach Süden oder Südwesten – auszurichten. Bei Eigenverbrauch jedoch ist es wichtiger, zu jeder Tageszeit möglichst gleichmäßig Strom zu erzeugen, um möglichst wenig Strom „zukaufen“ zu müssen; etwaige Überschüsse z. B. mittags im Sommer werden ins Netz eingespeist und vom Energieversorger vergütet. Dann bietet sich die Ausrichtung der Module Richtung Ost-West an, was nebenbei noch den Vorteil hat, dass pro Dachflächenquadratmeter fast die doppelte Anzahl an Modulen installiert werden kann. Das Problem bleibt bei PV generell natürlich die Nacht. Manche Nutzer haben sich daher Batterien in den Keller gestellt, um etwaig überschüssig (nicht selbst verbrauchten) produzierten Strom zu speichern, statt einzuspeisen. Das Problem dabei sind die recht hohen Preise für Batterien, Speicherverluste sowie die Tatsache, dass der zusätzlich durch das Speichern ermöglichte Eigenverbrauch einigermaßen überschaubar bleibt. Momentan bleibt diese Möglichkeit somit praktisch nur Idealisten vorbehalten, die so autark wie möglich sein wollen und denen es egal ist, wenn sich ihre Investition nicht amortisiert.

Weshalb ist PV-Strom für den Eigenverbrauch gerade jetzt und in der nahen Zukunft interessant?

Das hat verschiedene Gründe, die zum einen in tendenziell steigenden Preisen für Energie (elektrischen Strom) liegen, zum anderen aber auch darin, dass es immer mehr privat genutzte Verbraucher für elektrischen Strom gibt. Erinnert sei hier nur an Elektromobilität, seien es Pedelecs oder Elektro- bzw. Plug-in Hybridautos. Beide können an der heimischen Steckdose aufgeladen werden, ggf. „über Nacht“. Außerdem gibt es immer mehr intelligente Haushaltsgeräte, die sich über Zeit- oder auch via Fernsteuerung zu den Zeiten in Betrieb nehmen lassen, wenn gerade Sonnenstrom produziert wird, beispielsweise Wasch- oder Spülmaschinen, die mittags bei Abwesenheit der Eigentümer ihren Job tun.
Fazit: bei vorhandener, noch nicht genutzter Dachfläche kann PV-Strom zur Eigennutzung eine sinnvolle Investition sein – eine sinnvolle Sache für den Klimaschutz ist sie allemal! Zu bedenken sind hier auch Lösungen für Eigentümergemeinschaften oder größere Miethäuser, die z. T. von den Energieversorgern angeboten werden, sowie der Umstieg auf Eigenverbrauch nach Ablauf der 20 Jahre Einspeisung. Das Motto sollte also nicht „gute Nacht, Marie“ sondern „Aufbruch in eine sonnige PV-Zukunft von jedem für Alle“ sein!

(Thomas Hengelage)

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