Energieversorgung und -verbrauch

Eine verlässliche und umweltfreundliche Energieversorgung ist von zentraler Bedeutung für die Umwelt- und Wirtschaftspolitik. Der ökologisch sinnvolle Weg zur Selbstversorgung mit Energie ist konsequentes Energiesparen und der Ausbau der Wind- und Solarenergie, ergänzt durch die Nutzung von Biomasse aus Abfällen.

Windenergie

Unser Landkreis hat auf den Höhenlagen des Schwarzwalds wirtschaftlich interessante Wind­standorte. Dort können nicht nur große Mengen Strom erzeugt werden, die Gemeinden kön­nen davon wirtschaftlich z. B. durch Pachterträge und Gewerbesteuern profitieren. Mit Windrä­dern in Bürgerhand bleiben die wirtschaftlichen Erträge bei den Bürgerinnen und Bürgern in der Region und sorgen somit für lokale Wertschöpfung.

Solarstrom

Der große Boom ist vorbei, die Bundesregierung bremst den Solarstrom gegen unseren Wider­stand aus, so gut sie kann. Trotzdem wird der Ausbau weitergehen. Wichtig wird nun, den So­larstrom möglichst selbst zu verbrauchen, um die Wirtschaftlichkeit der Anlagen sicherzustellen. Krankenhäuser, Pflegeheime und andere Einrichtungen können mit Solarstromanlagen einen Teil ihres Strombedarfs selbst decken und damit Betriebskosten sparen. Der Landkreis ist hier bereits, auch auf Initiative von uns GRÜNEN, sehr aktiv.

Solarwärme

Die Solarwärme führt unberechtigterweise ein Schattendasein. Dabei können mit solarer Wärme erhebliche Energiemengen eingespart werden. Neben der Dämmung der Gebäude ist Solar­wärme die Maßnahme für regenerative Wärme ohne Öl- und Gasverbrauch.

Wald als Energiequelle

Der Wald im Kreis Lörrach wird als CO2-neutrale Energiequelle immer stärker genutzt. In eini­gen Einrichtungen des Landkreises sind Holzhackschnitzelanlagen das Rückgrat der Wärmever­sorgung.

Wir GRÜNEN im Landkreis Lörrach fordern daher eine nachhaltige Bewirtschaftung der lokalen Wälder.

Biogas aus Reststoffen

Der Landkreis wird ab 2016 die Biotonne einführen. Damit besteht die Möglichkeit, aus dem Bio-Abfall Biogas zu erzeugen. Wie und wo das gemacht wird, wird der Landkreis im Lauf der nächsten Jahre entscheiden. Auch Gülle und Grünabfälle sollten zur Biogaserzeugung genutzt werden. Nahrungspflanzen wollen wir nicht für die Energieerzeugung verwenden.

Energie in Bürgerhand

Im Landkreis gibt es bereits einige erfolgreiche Energie-Genossenschaften: die EWS Schönau, die Bürgerenergiegenossenschaft Hochrhein, die bereits 24 Solarstromanlagen betreibt, die Energiegenossenschaft Hägelberg, die mit Hackschnitzeln, Biogasanlage und Solarstrom in Hä­gelberg nicht nur ein Nahwärmenetz betreibt, sondern mit den Nahwärmeleitungen auch gleich ein Glasfasernetz verlegt hat – ganz im Sinne der Bürger.

Bei der Energieversorgung geht es nicht nur um Energie, sondern auch um viel Geld, Macht und Gewinne. Wir wollen, dass sich verstärkt Bürger an unserer Energieversorgung beteiligen kön­nen. So können wir sicherstellen, dass die Energieversorgung im Sinne der Bürger agiert und nicht Gewinnabsichten das alleinige Entscheidungskriterium sind. Zudem sorgt diese Bürgerbe­teiligung dafür, dass die Gewinne in der Region bleiben und nicht in irgendwelche Konzern­zentralen abfließen.

Nahwärmenetze ausbauen

Nahwärmenetze ermöglichen eine effizientere Energienutzung. Während für kleine Heizanlagen ein Blockheizkraftwerk oft nicht wirtschaftlich ist, können diese in größeren Einheiten wirt­schaftlich betrieben werden. Auch ermöglichen Nahwärmenetze die Nutzung von gewerblicher Abwärme. Nahwärmenetze können mit Sonnenkollektoranlagen und großen Wärmespeichern ausgerüstet werden, die die sommerliche Wärme bis in den Winter speichern. Was in Dänemark funktioniert, geht auch bei uns!

Atomkraftwerke abschalten

Fessenheim ist noch nicht abgeschaltet, in Leibstadt und Beznau laufen uralte Reaktoren. Wir drängen weiterhin auf eine Abschaltung und ein Leben ohne atomares Störfallrisiko in unserem Landkreis.

Der Landkreis ist energetisch aktiv!

Der Kreistag hat in letzter Zeit nicht nur die Energieagentur eingerichtet, er beteiligt sich nun auch am European Energy Award. Das Gebäude-Management des Landkreises ist deutlich ver­bessert worden: Gebäude und Heizzentralen werden saniert, Regelungen optimiert, Energiever­bräuche kontrolliert. Der Kreistag erhält jedes Jahr einen Energiebericht. Vor kurzem beschloss der Kreistag die Einrichtung eines Arbeitskreises Energie. Alle diese Aktivitäten benötigen Geld und Personal. Wir begrüßen diese Aktivitäten des Landkreises und setzen uns weiter dafür ein.

Gemeinden unterstützen

Die Energieagentur hilft, Energie einzusparen und die Energiewende mit umzusetzen. Das Be­ratungsangebot reicht von Gebäudesanierung über effiziente Straßenbeleuchtung, Nahwärme­netze bis hin zum Ziel einer energieautarken Gemeinde.

Wir GRÜNEN wollen, dass die Energieagentur hierbei auch die Gemeinden des Landkreises un­terstützen soll, damit die Energiewende auch bei uns überall erfolgreich umgesetzt werden kann.