Umwelt und Naturschutz

Umwelt- und Naturschutz bleiben Kernkompetenz der GRÜNEN

Das Miteinander von kleineren und größeren Städten und dörflichen Strukturen ist charakte­ristisch für den Landkreis Lörrach. Die reiche Kultur- und Naturlandschaft – vom Rhein über das Markgräflerland, den Dinkelberg bis zum Schwarzwald – macht den Landkreis für seine Bewoh­ner und Gäste gleichermaßen attraktiv. Eine intakte Natur und der Erhalt der vielfältigen Kul­turlandschaften sind Grundlagen für den Tourismus als eine wichtige Wirtschaftsbranche im Landkreis. Sie sind eng verbunden mit dem Erhalt der bäuerlich strukturierten Landwirtschaft, die auf qualitativ hochwertige Nahrungsmittel, immer mehr ökologischen Anbau und regionale Vermarktung der Produkte setzt.

Die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen ist daher aus vielen Gründen ein zentrales Anliegen unserer Gesellschaft. Durch den ungebremsten Flächenverbrauch gehen jedoch wert­volle Lebensräume mit standorttypischer Tier- und Pflanzenwelt verloren. Naherholungsmög­lichkeiten werden eingeschränkt und der regionalen Landwirtschaft wird buchstäblich der Bo­den entzogen.

Wir GRÜNEN wollen nachkommenden Generationen saubere Luft, intakte Böden und sauberes Wasser hinterlassen. Daher setzen wir uns für eine nachhaltige und regional abgestimmte Flä­chen­nutzung und den Erhalt dieser hochwertigen Landschaft und vielfältigen Natur für heute und morgen ein.

Klima schützen

Die Klimaerwärmung bedroht auch den Landkreis Lörrach mit ihren negativen Auswirkungen. Starkregen, Überschwemmungen und Hochwasser nehmen zu und verursachen große Schäden. Neue Schädlinge wie der Buchsbaumzünsler und der Maiswurzelbohrer breiten sich aus. Trocke­ne, heiße Sommer verändern die natürliche Tier- und Pflanzenwelt; auch die Landwirtschaft muss sich darauf einstellen.

Wir GRÜNEN setzen uns daher für Klimaschutz und den Erhalt der natürlichen Tier- und Pflan­zenwelt in allen Bereichen ein.

Die biologische Vielfalt ist bedroht

Die Vielfalt der Arten und der Ökosysteme bildet eine existenzielle Grundlage für menschliches Leben. Diese biologische Vielfalt ist bedroht. Weltweit werden fast zwei Drittel aller Öko­sys­teme und zahlreiche Tier- und Pflanzenarten als gefährdet eingestuft. Dazu kommt ein großer Verlust an genetischer Vielfalt mit unabsehbaren Auswirkungen auf künftige Generatio­nen (z.B. Ernährung und Gesundheit). Auch bei uns sind 70% der natürlichen Lebensräume bedroht.

Die Bemühungen, den Verlust der biologischen Vielfalt – der Biodiversität – zu verlangsamen, wa­ren auch in unserem Landkreis bisher nicht ausreichend. Daher bedarf es verstärkter An­strengun­gen aller Akteure für deren Erhalt. Der Landkreis und seine Gemeinden spielen eine wichtige Rolle beim Erhalt der Biodiversität, da sie in Planung, Verwaltung und Politik die Ent­scheidungen über den Umgang mit Natur und Landschaft vor Ort treffen. Darüber hinaus füh­ren Aktivitäten auf kommunaler Ebene zu konkreten Ergebnissen, die anderen Akteuren als Vorbild dienen und wichtige Impulse an höhere politische Ebenen senden können.

Wir GRÜNEN setzen uns für eine Unterstützung der Initiativen vor Ort ein, damit die biologi­sche Vielfalt auch im Kreis Lörrach geschützt und erhalten werden kann.

Biotopverbund

Ein Biotopverbund trägt zur Artenvielfalt und dem Erhalt der ursprünglichen Natur bei. Durch die Ausweitung und bessere Vernetzung der einzelnen Biotope werden diese für Mensch und Umwelt wichtigen Lebensräume nachhaltig geschützt.

Wir GRÜNEN setzen uns daher für eine Weiterentwicklung des Biotopverbundes auf regionaler und lokaler Ebene ein. Hierfür wollen wir den Biotopverbund auf Grundlage der landesweiten Konzeption durch die Regionalverbände in den Landschaftsrahmenplänen konkretisieren. Über eine Regionalplanung wollen wir – soweit erforderlich und geeignet – diese dann auch pla­nungsrechtlich absichern.

Ein besonderes Anliegen ist für uns auch, dass beim Biotopverbund im Kreis Lörrach auch Fließ­gewässer samt ihrer Auen eine möglichst hohe Kohärenz erlangen, wobei einer Vernetzung der Lebensräume außerhalb von Schutzgebieten und in stark ausgeräumten Gebieten eine Priorität eingeräumt werden soll.

Wir GRÜNEN fordern zudem, dass an bestehenden Kreisstraßen die Nachrüstung mit Querungshil­fen dort realisiert wird, wo es entsprechend des landesweiten Biotopverbunds ein­schließlich des Generalwildwegeplans besonders wichtig ist.

Streuobst

Streuobstflächen sind ebenfalls wichtige Naturräume, die Menschen Pflanzen und Tieren zu Gute kommen und einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft leisten.

Wir GRÜNEN begrüßen daher die Beteiligung des Landkreises am Interreg-Projekt „Grenzüber­schreitender Naturkorridor“ des Trinationalen Umweltzentrums (TRUZ) und setzen uns für eine umfassende Streuobstkonzeption ein, die wir sukzessive umzusetzen möchten.

Artenschutz

Der Ressourcen- und Artenschutz ist ein wichtiger Bestandteil des Erhalts unserer Umwelt und auch ein Schwerpunktthema der Landesregierung und des Landkreises Lörrach. Nur eine Be­standssicherung gefährdeter landkreisspezifischer Tier- und Pflanzenarten kann unsere Kultur­landschaft und eine intakte Umwelt auch für kommende Generationen bewahren.

Wir GRÜNEN setzen uns daher dafür ein, dass das Kreispflegeprogramm gemäß der Natur­schutzstrategie der grün-roten Landesregierung an dem Ziel auszurichtet wird, einen „günsti­gen Erhaltungszustand“ für alle für die Kulturlandschaft des Landkreises typischen Arten sowie für die europarechtlich geschützten Lebensraumtypen und Tier- und Pflanzenarten zu erreichen. Ziel ist es, bis 2020 den Gefährdungszustand der Arten spürbar zu senken und möglichst weit­gehend in einen guten Erhaltungszustand zu bringen.

Wir GRÜNEN fordern darüber hinaus, den Rückgang der Biodiversität in den Agrar-Ökosyste­men des Landkreises zu stoppen und den typischen Arten der Agrarlandschaft wieder Raum zu geben.

Naturschutzorientierte Regionalentwicklung: Hier ist die Natur zu Hause

Biosphärengebiet

Die vom Landkreis getragene regionale Initiative zur Ausweisung eines Biosphärengebietes im Südschwarzwald hilft der ganzen Region, die für uns typische Kulturlandschaft in ihrer traditio­nellen Form zu erhalten und zugleich für Nah- und Ferntouristen als Erholungsgebiet erlebbar zu machen. Das Biosphärengebiet ist daher ein Leuchtturmprojekt der naturschutzorientierten Regionalentwicklung.

Wir GRÜNEN möchten dieses Projekt vorantreiben und die Zusammenarbeit mit dem Naturpark Südschwarzwald enger organisieren. Das Biosphärengebiet soll in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Landkreisen bis 2015 ausgewiesen und anschließend die Anerkennung durch die UNESCO als Biosphärenreservat beantragt werden.

Landschaftserhaltungsverband

Dank des im Jahre 2012 eingerichteten Landschaftserhaltungsverbandes (LEV) wird Land­schaftserhaltung und Pflege von Kommunen, Verwaltung, Nutzer- und Naturschutzverbänden gemeinsam getragen.

Der Landschaftserhaltungsverband ist ein Erfolg unserer Politik. Daher unterstützen wir GRÜ­NEN die Bestrebungen des LEV, neben der Umsetzung der in den Managementplänen fixierten Aufgaben in NATURA-2000-Gebieten auch zusätzliche Aufgaben in der Landschaftspflege zu erledigen. Darüber hinaus soll der unteren Naturschutzbehörde ein Natura-Beauftragter zuge­teilt werden.

Wir GRÜNEN unterstützen daher die Weiterführung des grenzüberschreitenden Trinationalen Umweltzentrums (TRUZ) sowie weiterer geplanter grenzüberschreitender Umwelt-Kompetenz­zentren. Hierzu gehören zum Beispiel das Innovationscenter für Umwelttechnologie und Natur­schutz im Landschaftspark Wiese sowie das „Naturschutzzentrum Hochrhein“ in Rheinfelden.

Saubere Luft

Luftverschmutzung wie Feinstaub belastet nachweislich Natur und Gesundheit. Wichtige recht­liche Vorgaben, wie die der europäischen Luftreinhalte-Richtlinie und des Bundes-Immissions­schutzgesetzes, müssen allerdings auch entsprechend umgesetzt werden, um Mensch und Na­tur zu schützen.

Wir GRÜNEN sehen saubere Luft zum Atmen als gesellschaftliches Bedürfnis an. Damit die ge­setzlichen Vorgaben auch umgesetzt werden, setzen wir uns für Messstationen an viel befahre­nen Straßen ein und möchten Luftreinhaltepläne für Belastungsgebiete aufstellen, beziehungs­weise erweitern. Auch mit verkehrslenkenden Maßnahmen möchten wir die Feinstaub- und Schadstoffbelastung der Luft minimieren.

Sauberes Wasser – Wasser und seinen natürlichen Kreislauf schützen

Sauberes Wasser im Landkreis – sei es nun Trinkwasser, die Mineralquellen, das Grund- und Regenwasser oder die Bäche und Seen – stellen ein hohes Gut dar, das es zu schützen gilt. Der sorgsame und sparsame Umgang mit Wasser sowie dessen Reinhaltung ist deshalb eines der wichtigsten Ziele auch im Landkreis Lörrach.

Wir GRÜNEN setzen uns für sauberes Trinkwasser ein. Hierfür fordern wir, dass in Belastungs­gebieten die Böden saniert werden, damit diese unsere Wasservorkommen nicht weiter belas­ten. Auch möchten wir, dass Regenwasser naturverträglich genutzt und über Versickerungsflä­chen wieder dem Wasserkreislauf zugeführt wird. Hierfür müssen die Böden konsequent entsie­gelt werden. Um den Wasserkreislauf zu schützen, setzen wir uns auch für ökologischen Land- und Weinbau ein, damit Schadstoffe erst gar nicht in die Umwelt gelangen.

Natürliche Bäche und Flüsse

Natürliche Bäche und Flüsse stellen einen wichtigen Naturraum für zahlreiche Arten dar und bieten zugleich die idealen Voraussetzungen für gesunde Wasserkreisläufe.

Wir GRÜNEN fördern daher die Renaturierung von Bächen und Flüssen sowie natürlicher Über­schwemmungsgebiete. Beim Hochwasserschutz bevorzugen wir diese natürlichen Lösungen statt technischer Bauwerke wie z.B. Regenrückhaltebecken. Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass in Flussauen keine Bau- oder Gewerbegebiete ausgewiesen werden.

Schutz der Bodenfunktionen

Der Schutz der Bodenfunktionen ist seit 1998 im „Gesetz zum Schutz vor schädlichen Boden­veränderungen und zur Sanierung von Altlasten“ verankert. Während die Vermeidung von Schäden durch Stoffeinträge praktische Realität ist, bleibt der Schutz der Böden als Funktions­einheit im Naturhaushalt und insbesondere auch die Vermeidung von Schädigungen des Bo­dengefüges, der Struktur des Bodens, vernachlässigt. Noch immer werden Böden in großem Umfang versiegelt, vermischt, verdichtet oder sie erodieren.

Wir GRÜNEN setzen uns daher für einen nachhaltigen Umgang mit der endlichen Ressource Boden ein, sowohl bei der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung, wie auch bei Baumaßnah­men jeglicher Art. Wir GRÜNEN wollen durch gute und kreisweite Planung Flächen für Mensch und Umwelt nutzen, statt diese zu unwiderruflich zu verbrauchen..

Nachhaltige Rohstoffnutzung

Kurze Transportwege minimieren die Verkehrslast und die Umweltbelastung. Eine dezentrale Versorgung der Industrie mit Rohstoffen spart daher Kosten und schont die Umwelt. Dies gilt auch bei der Stromversorgung, da lange Wege immer auch steigende Energieverluste bedeuten.

Wir GRÜNEN streben an, eine dezentrale Versorgung für eine nachhaltige Rohstoffnutzung umzusetzen. Hierfür möchten wir mineralische Rohstoffe auch regional sichern, gewinnen und verarbeiten. Sowohl während des Abbaus, als auch bei der Folgenutzung, möchten wir Natur- und Umweltschutz einen besonders hohen Stellenwert einräumen.