Wirtschaft und Infrastruktur

Der Landkreis Lörrach ist ein Flächenlandkreis und geprägt durch mittelständische Unterneh­men. Seine Wirtschaft ist verzahnt mit der Regio, insbesondere mit der benachbarten Schweiz. Sie profitiert daher von Europa und ist erfolgreich, weil sie getragen wird von leistungsbereiten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, kompetenten Handwerksbetrieben und innovativen Unternehmen. Doch Erfolg ist kein Selbstläufer. Daher müssen wir hier Antworten in allen für uns wichtigen Fragen finden: sei es in bei der Ausbildung, beim Verkehr, der Energiewende oder der Fortentwicklung des europäischen Gedankens.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit: Hier wächst Europa

Eurodistrict nachhaltig gestalten

Der von uns GRÜNEN in Basel, im Elsass und im Landkreis Lörrach lange geforderte Trinationale Eurodistrict Basel (TEB) wurde am 27. Januar 2007 realisiert. Er bietet z. B. die Möglichkeit, Hürden für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Unternehmen abzubauen, die grenz­überschreitend tätig sind. Ob bei Bildungs-, Umwelt- oder Verkehrsprojekten – dank gemein­samer Masterpläne und Leitplanungen geht das Denken und Handeln über die Landesgrenzen hinaus. Dadurch eröffnet der Eurodistrict die Chance, den Entwicklungsrahmen für die ganze Region in Deutschland, Frankreich und der Schweiz deutlich nachhaltiger zu gestalten.

Ökologische Infrastruktur grenzüberschreitend stärken

Durch den Districtsrat wurde der Alleinanspruch der Bürgermeister und Landräte, nur für ihren Bereich zu denken und zu planen, beendet. Er ist also die Nachfolgeorganisation der früheren Nachbarschaftskonferenz. Der Districtsrat setzt sich komplett aus gewählten Rätinnen und Rä­ten aus Gemeinden und dem Kreis zusammen. So können Themen wie Raumplanung, Verkehr oder Umwelt in einem größeren Zusammenhang betrachtet werden. Gerade auf der Ebene des Eurodistrictsrates ist auffällig, dass über die gewünschten Ziele und die hierfür notwendigen Maßnahmen fraktionsübergreifend Einigkeit besteht. Bei der Umsetzung und Mittelbereitstel­lung sind jedoch oft nur wir GRÜNEN bereit, Geld in die Hand zu nehmen.

Wir GRÜNEN setzen uns deshalb dafür ein, dass bei grenzüberschreitenden Projekten den Worten auch Taten folgen, um den bürgerfreundlichen Ausbau des grenzüberschreitenden Bahn- und Busverkehrs sowie den Erhalt unserer einmaligen Kulturlandschaft Wirklichkeit wer­den zu lassen. Da unsere Lebensqualität nicht an der Grenze endet, müssen dabei auch Proble­me wie Feinstaub, Lärm und Verkehrskollaps gemeinsam angegangen werden – zum Wohle der Gesamtregion.

Projekte aktiv mitgestalten

Gemeinderäte und Kreistag können im Eurodistrict ihr Mitspracherecht aktiv einfordern.

Wir GRÜNEN möchten, dass die Verwaltungen sowohl Ratsmitglieder wie Bürgerschaft stärker bei grenzüberschreitenden Projekten mit einbeziehen, um gemeinsam die besten Lösungen für unsere Region zu finden und in die Tat umzusetzen.

Hier profitieren Wirtschaft und Umwelt

Direktvermarktung fördern

Abfall kann vermieden werden durch bewusste Kaufentscheidungen. Produkte sollten vor dem Kauf unter dem Gesichtspunkt Langlebigkeit, Verpackung und Wiederverwertbarkeit betrachtet werden. Auch der Einkauf regionaler Produkte vermeidet lange Transportwege und den für Transporte notwendigen Aufwand an Verpackung.

Wir GRÜNEN setzen uns dafür ein, die Direktvermarktung im Landkreis zu fördern, damit Um­weltschutz und regionale Wertschöpfung Hand in Hand gehen.

Ressourcenschonende Flächennutzung – Naturflächen schützen

Freie, unversiegelte und natürliche Flächen sind bedeutsam für den Wasser- und Naturhaushalt und müssen für die Zukunft erhalten werden. Gewerbe-, Wohnungs- und Straßenbau sollten deshalb bevorzugt auf schon erschlossenen und versiegelten Flächen stattfinden. Insbesondere Naturschutzgebiete und Grünzonen müssen für die Zukunft erhalten bleiben. Denn sie bieten wichtigen Lebens- und Erholungsraum. Diese Lebensqualität macht unsere Region auch für Menschen und Unternehmen interessant.

Hier darf die Region nicht abgehängt werden: Fachkräfte, Regionalbanken und DSL

Regionale Banken stärken

Damit die Entwicklung einer Region nachhaltig ist, muss dauerhaft in sie investiert werden. Nur so können Arbeitsplätze erhalten und geschaffen werden. Wer Vermögen in der Region halten will, braucht flexible, leistungsfähige und regional ausgerichtete Banken, die den Interessen des regionalen Raumes verpflichtet sind. Insbesondere Sparkassen, Volksbanken und Raiffeisenban­ken mit ihrer regionalen Struktur sind geeignet, diese notwendige Dezentralität des Finanzsek­tors zu gewährleisten.

Breitbandkabel für alle

Als dringend notwendige Infrastrukturmaßnahme sehen wir GRÜNEN die flächendeckende Ver­sorgung aller Kreisgemeinden mit Breitband-Kabel für ein schnelles und sicheres Internet. Funk­basierte Internetverbindungen sind kein Ersatz, da die Wirkung der durch sie erzeugten Dauer­strahlung noch nicht endgültig erforscht ist.

Minderung des Fachkräftemangels in der Regio

Die Stärke unserer regionalen Wirtschaft basiert in allen Branchen auf den gut ausgebildeten Arbeitskräften. Die Auswirkungen des demographischen Wandels und die damit einhergehende Abnahme an Fachkräften schwächt daher unsere Region.

Wir GRÜNEN fordern ein ganzheitliches Konzept zur Behebung des Fachkräftemangels. Dazu gehören zum Beispiel verstärkte Aus- und Weiterbildung, Ausbildung Geringqualifizierter, Ver­einbarkeit von Familie und Beruf, Förderung älterer Arbeitnehmer und ein betriebliches Gesundheitsmanagement sowie Kooperationen mit den Hochschulen der Region. Darüber hin­aus soll der Kreis die Willkommenskultur für ausländische Fachkräfte und Migranten weiterent­wickeln.