Grüner Dreilandtag in Lörrach

Am Sonntag, den 25. Oktober lud der Grüne Kreisverband Lörrach ParteifreundInnen aus dem Elsass, der Nordwestschweiz und Südbaden in Lörrach im Werkraum Schöpflin zum jährlich stattfindenden trinationalen Austausch ein.

Im Fokus standen zwei politische Themen, die mit Impulsvorträgen und Diskussionen in kleinen Gruppen bearbeitet wurden. Am Vormittag stand das Thema „Rechtsruck im Dreiland“ auf der Agenda. Jeanne Barseghian, ehemalige Grüne Oberbürgermeisterin in Strasbourg wies in ihrem Impulsvortag auf das Erstarken der Rechten auch im Elsass hin und appellierte an ein ökologisches, offenes und zukunftsfähiges Europa. Sarah Hagmann, die Grüne Landtagsabgeordnete aus Lörrach machte deutlich, dass eine Politik, die die Menschen ernst nimmt und politische Lösungen für den Alltag erarbeitet, das Vertrauen in die Demokratie stärkt. Thomas Reinhardt Grüner in Baselland wies auf die Unterschiede der rechten Parteien in den drei Ländern hin, beschrieb aber auch den fatalen Ansatz von bürgerlichen Parteien in allen drei Ländern, sich den Positionen der Rechtspopulisten anzunähern, um Wähler zu gewinnen.

An Thementischen wurden in gemischten Kleingruppen die Erfahrungen mit Rechtspopulismus, deren Auswirkungen und die Möglichkeiten der Grünen in den drei Regionen, die demokratische Kultur und Menschenrechte zu stärken, diskutiert. Es wurde deutlich, dass eine starke Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg wichtig ist, um gemeinsam für ein positives Weltbild einzutreten und autoritäre Strukturen zu schwächen.

Am Nachmittag stand das Thema „Mit erneuerbaren Energien das Dreiland resilient machen“ im Fokus. Nadyne Saint-Cast, Grüne MdL aus Freiburg betonte, dass die Energiewende grenzüberschreitend möglich ist, auch wenn es große Unterschiede in den rechtlichen Rahmenbedingungen gibt. Philippe Klein von den Grünen im Elsass beschrieb die direktive Atomkraftpolitik in Paris und machte Mut, regionale Initiativen von PV-Anlagen und Wärmenetze im Elsass „von unten“ zu realisieren. Béla Bartha, Grossrat in Basel erklärte das Ziel des Kantons bis 2037 klimaneutral zu werden und die Maßnahmen, die hierzu notwendig sind. Auch zu diesem Thema gab es rege Diskussionen in den Kleingruppen und Überlegungen, wie eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Fernwärme, Energiespeicherung und Wasserstoffnutzung aussehen könnte. Die Stärkung des ÖPNV-Netzes mit einfachen grenzüberschreitenden Tarifen wurde ebenso angeregt.

Das Ziel des Dreilandtages in Lörrach war es, die Grünen Parteien in den drei Regionen zu vernetzen und die Kräfte zu bündeln. „Grenzen sind für uns Grüne kein Hindernis, sondern motivieren uns, damit grenzüberschreitende Zusammenarbeit einen Mehrwert für alle Seiten bringt,“ ist sich Co-Kreisvorsitzender der Grünen Lörrach, Josha Frey, sicher.  Die regen Diskussionen und der freundschaftliche Austausch der 50 Parteimitglieder aus den drei Ländern gaben viele Anregungen für weitere Kooperationen und zukünftige Projekte.