Kürzlich besuchte die Lörracher Landtagsabgeordnete Sarah Hagmann zusammen mit Grünen Vertreter:innen des Stadtrats, des Kreistags und des Grünen Ortsvorstands Lörrach-Unteres Wiesental die Werkstätten der Lörracher Lebenshilfe. Im Gespräch mit Philipp Bohner, Geschäftsführer der Lebenshilfe Lörrach, wurde deutlich, wie wichtig diese für viele Menschen mit Behinderung in ihrem Alltag ist.
Die Lebenshilfe übernimmt vielfältige Aufgaben für Menschen mit einer Behinderung. Neben Wohn- und Freizeitangeboten geht es ihnen vor allem darum, Teilhabe durch Arbeit zu ermöglichen. Philipp Bohner ist überzeugt, dass es die Kernaufgabe der Lebenshilfe ist, Menschen mit jedem Grad von Behinderung den Zugang zu Arbeit und Entwicklung zu ermöglichen. Dafür brauche es ein durchlässiges System zwischen Berufsbildung, Arbeit in einer Werkstatt und dem regulären Arbeitsmarkt.
Im persönlichen Gespräch mit Angestellten in den Werkstätten wurde deutlich, wie wichtig Arbeitsangebote sind. Die Lebenshilfe arbeitet mit verschiedenen regionalen Unternehmen zusammen, so produzieren 15 Arbeitsgruppen in den Werkstätten beispielsweise aus Kartonagen nachhaltiges Polstermaterial – dies ohne große Industrieanlagen – oder Halterungen für verschiedene Bürsten.
Mit Blick auf die diskutierten Kürzungen in der Jugend- und Eingliederungshilfe sowie dem anstehenden Pflegeneuordnungsgesetz auf Bundesebene, macht sich Philipp Bohner Sorgen, um die Zukunft der Angebote. Es sei zu befürchten, dass die Lebenshilfe sich nicht langfristig selbst tragen könne und die finanziellen Spielräume der Lebenshilfe noch kleiner werden. Er betont, dass lokale Absprachen mit dem Landkreis für die Lebenshilfe essenziell seien und die Landespolitik dies weiter ermöglichen müsse.
Sarah Hagmann, MdL, sagt: „Das Bundesteilhabegesetz ist ein Meilenstein für echte Selbstbestimmung und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Dass eine alltagstaugliche Umsetzung funktionieren kann, zeigt unsere Region mit ihrer guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Lebenshilfe. So kommen die Mittel dort an, wo sie hingehören: bei den Menschen. Dieses funktionierende Modell bei den Leistungen und der Vergütung von Menschen mit Behinderung kann daher für andere Regionen und das Land Vorbild sein.“
Alle Beteiligten waren sich einig, dass Inklusion kein Sparprogramm sein könne. Teilhabe müsse durch verlässliche Strukturen und Monitoring gesichert werden, nicht durch Kürzungen. Die Rechte von Menschen mit Behinderungen sind unverhandelbar.
