Der Stammtisch des Grünen Ortsverbandes Südliches Markgräflerland hat sich Ende Juli wieder im Café/Bar Lotta in Binzen getroffen. Das Thema „Wie können wir aktiv zum Klimaschutz beitragen“ stand im Mittelpunkt des geselligen Abends. Friedrich Suderland und Verena Schikowski-Suderland von der PV-Selbstbaugruppe des Runden Tischs Klima Lörrach berichteten über ihre Erfahrungen.
Die PV-Selbstbaugruppe unterstützt Hauseigentümer*innen ehrenamtlich bei der Installation von Photovoltaikanlagen auf ihren Dächern. Über 30 Menschen sind aktiv, um den Zubau regenerativer Energien in der Region zu beschleunigen. Dabei arbeiten sie in 3er oder 4er Teams unter Anleitung eines erfahrenen Solarteurs oder eines Elektrikers an der Installation der PV-Anlage. Verena und Friedrich zeigten Fotos von dem Aufbau auf ihrem Dach in Lörrach 2025 und erzählten begeistert von der Gemeinschaftsarbeit. Diese bringt neben finanziellen Vorteilen auch viel Wissen über die Funktionsweise Ihrer Photovoltaik-Anlage und tolle Erfahrungen beim Installieren der Solarmodule in einer aktiven Gruppe.
Die Gäste des Stammtisches waren begeistert von dem Engagement und der Vielfalt der Angebote beim Runden Tisch Klima. Dort beraten z.B. die Bürgersolarberater im Vorfeld, um die Eignung von Dächern, die mögliche Größe der PV-Anlage sowie die Optimierung des Eigenstromverbrauchs und damit der Rentabilität der Anlage zu erfassen. Speicher, Wärmepumpen und E-Autos erhöhen die Wirtschaftlichkeit.
Der Verein Runder Tisch Lörrach https://rtk-loerrach.de/ mit seinen vielfältigen Angeboten zu den Themen Sanieren, Verkehrswende, Naturstadt, Klimaneutrale Schule, Bürgersolarberater sowie Balkon-PV und PV-Selbstbaugruppe nimmt gerne weitere aktive Mitglieder auf. Die Mitgliedschaft ist ab 0 € Jahresgebühr möglich.
Bei der Diskussion wurde deutlich, dass eine Neuanlage am besten noch 2026 ans Netz geht. Ab 2027 wird die EEG-Förderung drastisch zurückgefahren. Hier rechnen sich nur noch kleine Anlagen mit sehr hohem Eigenverbrauch. Die Runde war sich einig, dass die Bundesregierung und die Wirtschaftsministerin Reiche den Solarausbau auf privaten Dächern mit dem neuen Gesetz ausbremst.
Einige Teilnehmerinnen, deren Solaranlagen in den nächsten Jahren aus der 20jährigen EEG-Förderung rausfallen, fragten nach den neuen Regelungen zur Direktvermarktung. Bisher gibt es keine Anbieter für Kleinanlagen, da die Gebühren zu hoch sind, um eine Wirtschaftlichkeit zu erlangen. Auch das seit Juni 2026 erlaubte Energy-sharing z.B. mit Nachbarn ist wegen der hohen Nebenkosten, wie Stromsteuer, Netzentgelte und weiteren Umlagen nicht wirtschaftlich. Hier gibt es noch offene Fragen, wie der Solarstrom in Zukunft rentabel genutzt werden kann. Friedrich verwies auf den Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. in Aachen, der das Thema aufgegriffen hat: https://www.sfv.de/weiterbetrieb-ue20-optionen
Alle Mitglieder und Gäste bedankten sich herzlich bei Verena und Friedrich für ihren Vortrag und die Diskussion. Dieses Engagement ist vorbildlich und sollte noch viel bekannter werden.
Der Grüne Ortsverband wird in einer seiner nächsten Sitzungen den Verein ZEITBANKplus Lörrach e.V. vorstellen. Eine Einladung folgt.
