Wie häufig können wir solche Sommer wie diesen in Zukunft erwarten?

Rheinfelden. 40 Grad am 30. Juli 2026, 67 heiße Tage und insgesamt 108 Sommertage: Der Sommer 2026 hat in Rheinfelden deutliche Spuren hinterlassen.

Auch über die Region hinaus war dieser Sommer außergewöhnlich: In Baden-Württemberg war er der heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen. Deutschlandweit war er der zweitwärmste Sommer seit Beginn der Messungen 1881.

Doch wie außergewöhnlich ist dieser Sommer wirklich? Und vor allem: Müssen wir uns darauf einstellen, dass solche Sommer künftig häufiger werden? Und sind unsere Städte auf ein Klima vorbereitet, in dem Sommer wie 2026 häufiger vorkommen?

Die Antwort auf die zweite Frage ist wichtiger als der einzelne Temperaturrekord.

67 Tage mit mindestens 30 Grad

Die von mir ausgewerteten Wetterdaten für Rheinfelden Stand 13. September 2026 zeigen:

  •                •             67 heiße Tage mit mindestens 30 °C
  •                •             108 Sommertage mit mindestens 25 °C
  •                •             40,0 °C als höchste Temperatur am 30. Juli
  •                •             2.061 Sonnenstunden

Zwischen den außergewöhnlichen Sommern 2003 und 2026 liegen 23 Jahre. Doch beim Klimawandel geht es nicht nur darum, ob eine bestimmte Temperatur früher schon einmal erreicht wurde. Entscheidend ist vor allem, wie häufig sie auftritt.

„Früher war es auch schon heiß“

Dieser Satz stimmt. Natürlich gab es früher Hitzewellen und Temperaturen von 35 oder sogar 40 Grad.

Aber die entscheidende Frage ist: Wie wahrscheinlich sind solche Ereignisse?

Genau dafür habe ich die Häufigkeit der heißen Tage statistisch betrachtet. Die 67 Tage mit mindestens 30 Grad weichen von der historischen Verteilung außergewöhnlich stark ab.

Die überschlägige Berechnung ergibt eine Abweichung von etwa 4,5 Sigma. Aus diesem Wert habe ich rückwärts eine grobe statistische Häufigkeit abgeleitet und daraus eine Prognose für die mögliche zukünftige Häufigkeit solcher Sommer erstellt.

Wie häufig könnten solche Sommer künftig werden?

Eine exakte Vorhersage ist nicht möglich. Wetter bleibt Wetter. Unsere Berechnung ist ausdrücklich keine verbindliche Prognose.

Als grobe Orientierung ergibt sich:

ZeitraumHäufigkeit eines Sommers wie 2026
Heute bis 2030etwa alle 3–5 Jahre
2031–2060etwa alle 2–4 Jahre

Diese Zahlen sind keine offiziellen Wiederkehrzeiten des Deutschen Wetterdienstes, sondern eine eigene statistische Abschätzung ohne Anspruch auf Verbindlichkeit. Die tatsächlichen Abstände können erheblich schwanken.

Auch die 4,5 Sigma sind nicht als exakte Wahrscheinlichkeit zu verstehen. Heiße Tage treten nicht unabhängig voneinander auf. Eine stabile Wetterlage kann viele heiße Tage hintereinander verursachen.

Die Rechnung soll vor allem eine Entwicklung veranschaulichen: Mit zunehmender Erwärmung können Sommer, die heute noch außergewöhnlich sind, deutlich häufiger werden.

Das passt zu einer aktuellen Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes: DWD-Klimavorstand Tobias Fuchs sagte, dass man in etwa 30 Jahren möglicherweise auf den Sommer 2026 zurückblicken und ihn als normalen Sommer betrachten wird.

Was bedeutet das für Rheinfelden?

Für uns vor Ort ist das keine rein statistische Frage.

Hitze belastet die Gesundheit, besonders ältere Menschen und andere gefährdete Gruppen. Landwirtschaft und Wälder geraten bei anhaltender Hitze und Trockenheit unter Stress. Auch Gebäude und Infrastruktur werden stärker belastet.

Wie können wir uns darauf vorbereiten?

Wir müssen uns rechtzeitig auf die zunehmende Hitze vorbereiten. Gebäude, Straßen, Stromnetze, Krankenhäuser und Städte müssen angepasst werden. Das ist eine Aufgabe für Städte und Landkreis – und damit sollte jetzt begonnen werden!

Wolfgang Hasselmann, Rheinfelden

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